Passionsblume

Topf-, Nutz- und Heilpflanze: artenreiche Gattung der Passionsblume

 

 

Die Pflanzengattung der Passionsblumen – in der biologischen Nomenklatur als "Passiflora" bezeichnet – umfasst mehr als 550 Arten, wovon die meisten als Kletterpflanzen wachsen; nur sehr selten handelt es sich um Sträucher oder gar Bäume. Charakteristisch für die Passionsblume ist die radiärsymmetrische Blüte, deren Durchmesser bis zu 18 Zentimeter erreichen kann. Die fadenförmigen Staubblätter werden von den oftmals sehr farbintensiven Blütenhüllblättern umringt; typisch für die Pflanzengattung ist zudem der Strahlenkranz, welcher innerhalb der Blütenkrone eine Nebenkrone bildet. Die verschiedenen Passiflora-Arten unterscheiden sich hinsichtlich der Farbe bei Blättern und Blüte, darüber hinaus variieren Größe, Farbton und Form der Blätter. Deutliche Unterschiede gibt es zudem bei der Frucht: Diese kann mehrere Kilogramm schwer sein, allerdings ist auch ein leichtes Gewicht von lediglich einigen Gramm möglich.

 

Herkunft und Namensgebung der Pflanzengattung


Der Großteil der Pflanzen, die zur Gattung der Passionsblumen gehören, ist in der Neotropis, einem biogeografischen Gebiet, welches sich über Süd- und Mittelamerika erstreckt, beheimatet. Lediglich ungefähr 25 Arten sind dagegen in der Paläotropis – besagtes Gebiet umfasst Afrika, Indien sowie Südostasien – zu finden. Der Name "Passiflora" geht auf christliche Einwanderer zurück, welche bei der Passionsblumenart "Passiflora incarnata" die angesprochene Blüte als Symbol der Passion Christi interpretierten. Hierbei wurden unter anderem die Blütenblätter als die Apostel, die fünf Staubblätter als die Wunden Jesu und die Nebenkrone als die Dornenkrone aufgefasst. Daraus ergab sich die Bezeichnung "Passiflora incarnata", die lateinische Beschreibung für die fleischgewordene Passion.

 

Wichtige Arten der Passiflora


Zu den wichtigsten Passionsblumen-Arten gehört unter anderem die "Blaue Passionsblume" (offizielle Bezeichnung: Passiflora caerulea), die als Topf- beziehungsweise Zimmerpflanze gehalten wird. Allerdings gibt es durchaus aus Passiflora-Arten, welche als Nutzpflanzen dienen. Hier sind besonders die Passiflora edulis, die Passiflora quadrangularis sowie die Passiflora ligularis zu nennen, deren Früchte als Maracuja – auch Passionsfrucht genannt – bekannt sind und sich großer Beliebtheit erfreuen.

 

 

Passionsblumen in der Naturheilkunde


Bereits die Indianer entdeckten die berauschende oder aber heilende Wirkung der Passionsblume, die bis heute in der Heilpflanzenkunde von Bedeutung ist. Die Blätter – vorwiegend von der Passiflora incarnata – werden bei nervöser Unruhe, bei Reizbarkeit beziehungsweise bei Anspannung eingesetzt und dienen somit der Behandlung von Schlafstörungen, Verspannungen oder Rückenschmerzen. Dabei werden die Blätter der Passionsblume entweder über Fertigpräparate eingenommen oder aber frisch beziehungsweise getrocknet als Tee getrunken. Ferner werden Präparate angeboten, in denen die Passionsblumen-Blätter mit anderen beruhigenden Gewächsen wie beispielsweise Johanniskraut oder Baldrian kombiniert wurden. Nebenwirkungen, die bei Anwendung von Passionsblumen-Präparaten auftreten, sind nicht bekannt, zudem gibt es keine Erkenntnisse im Blick auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.