Passionsblume

Beliebte Früchte der Passionsblume: Maracuja und Grenadillen

 

 

Die Gattung der Passionsblumen – in der biologischen Nomenklatur mit "Passiflora" bezeichnet – gilt mit ungefähr 550 teilweise sehr verschiedenen Arten als äußerst artenreich – dementsprechend vielseitig sind auch die Einsatzgebiete beziehungsweise Verwendungszwecke der dazugehörigen Pflanzen. Einige Arten werden beispielsweise in der Naturheilkunde eingesetzt, wiederum andere werden dagegen als Zimmerpflanzen kultiviert. Darüber hinaus sind die Passionsblumen nicht nur wegen ihrer auffälligen radiärsymmetrischen Blüten bekannt, sondern einige Arten werden speziell aufgrund der Früchte des Gewächses angepflanzt.

 

 

Genießbare und ungenießbare Früchte der Passionsblume


Die Früchte der Passionsblume gehören zu den Beeren; deren Gewicht, Form und Größe unterscheidet sich dabei je nach Art – nur wenige davon sind allerdings genießbar. Zwei bekannte exotische Früchte, die auch in Mitteleuropa erhältlich sind, stammen von der Passionsblume: Maracuja beziehungsweise Grenadillen, die auch Passionsfrucht genannt werden. Diese eiförmigen Früchte besitzen eine sehr feste Haut und enthalten im Inneren einen süßen bis sauren Saft sowie eine Vielzahl an essbaren Kernen. Beide Früchte sind reich an Vitamin C, Eiweiß und Niacin. Früchte von den meisten anderen Passionsblumenarten – wie beispielsweise von der als Zimmerpflanze kultivierten Blauen Passionsblume – sind dagegen allesamt eher ungenießbar, auch wenn sie sich in Farbe, Form und Größe durchaus unterscheiden.

 


Passionsfrucht: Rohverzehr und Safterzeugung


Die sehr beliebten Passionsfrüchte werden hauptsächlich von den Arten Passiflora edulis, Passiflora quadrangularis sowie Passiflora ligularis hervorgebracht. Vor allem erstgenannte Passiflora edulis – wobei der Zusatz "edulis" für "essbar" steht – ist wirtschaftlich von großer Bedeutung. Die Pflanze, die eigentlich aus Argentinien, Brasilien und Paraguay stammt, ist mittlerweile aufgrund ihrer Früchte auf der ganzen Welt in den Tropen kultiviert und hat kommerziell gesehen von sämtlichen Arten, die zur Gattung der Passionsblumen gehören, die größte Bedeutung. Die reifen und essbaren Früchte werden zum einen für den Rohverzehr nach Europa exportiert, zum anderen dienen diese auch der Herstellung von Säften. Darüber hinaus werden die Samen der Frucht zur Gewinnung eines Öles eingesetzt, das in kosmetischen Produkten wie Sonnenschutzlotionen zum Einsatz kommt.

 

Bei den Früchten der Passionsblume der Art "Passiflora edulis" wird nochmals in verschiedene Sorten differenziert, die wichtigsten sind wohl die Sorten mit dem erweiterten Zusatz "forma edulis" (Purpurgranadille) sowie "forma flavicarpa" (Gelbe Granadille). Die Schale der kugeligen, ovalen Früchte hat bei der forma edulis einen braun-violetten Ton und wird im reifen Zustand runzelig, während die Früchte der forma flavicarpa größer und im Reifezustand Gelb sind. In Europa ist letztere im Handel als "Grenadille" erhältlich, während die braun-violette Frucht in der Regel als "Maracuja" beschrieben wird. Die Früchte der forma flavicarpa sind etwas weniger aromatisch, haben dafür einen höheren Säuregehalt.