Passionsblume

Passionsblume: Naturheilmittel bei Nervosität und Angstzuständen

 

 

Die vielfältigen Arten, die der Gattung der Passionsblumen angehören, werden nicht nur aufgrund der schönen Blüten als Zimmerpflanze oder aber wegen der begehrten Früchte – der Passionsfrucht, auch als Maracuja bekannt – als Nutzpflanze gehalten, stattdessen bewährte sich die Passionsblume ebenfalls als wichtige Pflanze in der Naturheilkunde. Bereits die Indianer entdeckten die beruhigende bis berauschende Wirkung der Pflanze, deren Gattung in der biologischen Nomenklatur offiziell "Passiflora" genannt wird. Die Ureinwohner Amerikas verwendeten die Blüten beispielsweise bei der Behandlung der Epilepsie.

 

 

Passiflora incarnata: entspannende Wirkung auf das Nervensystem


In der Pharmakologie ist die Passionsblume schon seit mehreren Jahrhunderten ein interessantes Objekt, die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über die Blume sind auf das Jahr 1552 datiert, die beruhigende Wirkung der Pflanze wurde erstmals in einem Buch im Jahr 1649 angesprochen. Während Passiflora-Arten wie die Passiflora caerulea vorwiegend als Zimmerpflanze beziehungsweise die Passiflora edulis hauptsächlich als Nutzpflanze dienen, sind in der Naturheilkunde vor allem die Blätter und Stäbe der Passiflora incarnata von Bedeutung. Zwar gelang es noch nicht, alle Inhaltsstoffe der Blätter zu identifizieren, dennoch belegen viele Studien und Untersuchungen eine entspannende Wirkung, welche vom Extrakt der Passiflora incarnata beim Nervensystem ausgelöst wird.

 


Positive Beeinflussung der Stimmungsbildung im Gehirn


Aus diesem Grund wird die genannte Passionsblume bei vielen Symptomen, die durch starken Stress bedingt sind, eingesetzt und stellt eine Alternative zu chemisch hergestellten Arzneimitteln dar. Zu den entsprechenden Symptomen gehören unter anderem Schlaflosigkeit, innere Unruhe sowie Angstzustände, Anspannung oder Reizbarkeit. Dabei entfaltet der Extrakt der Passionsblume seine Wirkung unter anderem über den Neurotransmitter "Gamma-Aminobuttersäure" (kurz GABA). Der Botenstoff, welcher die für die Stimmung verantwortlichen Nervenzellen im Gehirn verständigt, wird dabei auf positive Weise beeinflusst, indem dessen Wirksamkeit gesteigert wird, was zu erhöhter Entspannung und Beruhigung führt. Ein GABA-Mangel führt dagegen beispielsweise zu Schlafstörungen oder Angstzuständen.

 


Zubereitung als Tee oder Einnahme in Form von Fertigpräparaten


Die Blätter und Stängel der Passionsblume werden in der Naturheilkunde zum einen entweder frisch oder aber getrocknet als Tee getrunken, zum anderen wird der Extrakt auch zu Fertigpräparaten verarbeitet. Darüber hinaus werden Kombinationspräparate hergestellt, in denen eine Mischung aus Blättern der Passiflora incarnata sowie weiteren beruhigenden Kräutern verwendet wird. Die beruhigende Wirkung der Pflanze entfaltet sich bereits nach relativ kurzer Zeit, dazu gilt die Passionsblume als sehr gut verträglich, die zu keinen Nebenwirkungen führt. Auch sind bislang keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt, zudem wird nicht vor einem Abhängigkeitspotenzial gewarnt, stattdessen eignet sich die Pflanze zur Langzeittherapie. Dennoch ist es ratsam, nach einer Daueranwendung über sechs Wochen – beispielsweise über Teezubereitungen – eine Pause einzulegen, um die Wirkung nicht durch das Gewöhnen des Körpers an die Pflanze abzuschwächen.